Coastal Cleanup Day 2018


Umweltaktivistinnen und -aktivisten reinigten den Strand bei Laboe im Rahmen des International Coastal Cleanup Day

 

 

Am 15. September, dem diesjährigen International Coastal Cleanup Day 2018, folgten 17 Personen dem Aufruf vom NABU-Kiel und trafen sich auf dem Parkplatz vor dem Restaurant El Mesón de Playa. Seit 2014 organisiert der NABU-Kiel die Müllsammelaktion am Strandabschnitt zwischen Laboe und Stein und beteiligt sich somit an der umfassenden Reinigung der Strände an der Kieler Förde, die wiederum von der Kieler Forschungswerkstatt koordiniert wird. Hierbei geht es nicht nur darum, die Strände zu reinigen, sondern auch, dass der gefundene Müll nach vorgegebenen Kategorien sortiert, gezählt und gewogen wird. Die Ergebnisse werden an die Ocean Conservancy in Washington (USA) gemeldet und international ausgewertet.

Nach der Begrüßung, einigen sehr wissenswerten Details zur Problematik der Vermüllung der Meere und einer Anleitung zum Ablauf der Aktion ging es dann Richtung Strand. Ungefähr in der Mitte des 1,6 km langen Strandabschnitts war schon eine Plane gekennzeichnet mit den einzelnen Kategorien für die Sortierung vorbereitet worden. In kleinen Gruppen durchkämmten die freiwilligen Helfer und Helferinnen von beiden Endpunkten aus den Strandabschnitt. Und staunten nicht schlecht, wie viel sie an dem augenscheinlich sauberen Strand an Müll vorfanden. Ein offensichtliches Problem an diesem Strandabschnitt ist die fehlende öffentliche Toilette und auch die einzige Mülltonne quillte über. Trotzdem sollte es den Strandbesuchern bewusst sein, dass sie für ihren eigenen Müll verantwortlich sind. Denn bei dem nächsten Hochwasser oder auch durch den Wind gelangt dieser Abfall in die Ostsee und trägt so zur Vermüllung bei. Anzahlmäßig stellten die Zigarettenkippen mit 1105 Stück die größte Müllsorte dar. Die nächstgrößere Kategorie waren die Plastik/Styropor-Teile, gefolgt von den Hygieneartikeln und den Lebensmittelverpackungen. Aufgesammelt wurden auch 9 Bestandteile aus Fischereiausrüstung.

Insgesamt wurden 25,5 kg Müll gesammelt, darunter auch ein kompletter Grill.

Der NABU-Kiel beteiligt sich an dieser weltweiten Aktion, um auf die Vermüllung der Meere aufmerksam zu machen. Wir als Verbraucher können aktiv mitwirken, indem wir z.B. bei Kosmetika darauf achten, dass kein Mikroplastik enthalten ist. Wichtig ist es auch die Flut an Lebensmittelverpackungen zu reduzieren und auf andere Produkte auszuweichen. Die EU-Kommission hat sich zwar für das Verbot von u.a. Einmalgeschirr aus Plastik, Strohhalme und Wattestäbchen ausgesprochen, aber die entsprechenden Gesetze müssen in den Ländern verabschiedet werden. Es muss eine umfassende Strategie zur Eindämmung des Plastikmülls und zum Schutz der Meere ausgearbeitet werden.

Fotos: NABU/ Martina Ikert

Gegen die Müllflut in unseren Meeren müssen alle Staaten endlich massiv angehen, die Meere sind letztendlich ein wichtiger Baustein im weltweiten Ökosystem und Nahrungsgrundlage für uns Menschen. Aber weder die Stadt Kiel noch das Land oder der Bund gehen ernsthaft gegen den Müll an.