AG „Fledermäuse“ - AGF Kiel

Großer Abendsegler (Foto: C. Harrje)
Großer Abendsegler (Foto: C. Harrje)

Der NABU Kiel betreut über 200 Fledermaushöhlen in mehreren Revieren der Landeshauptstadt Kiel. Damit bietet der NABU diesen gefährdeten „Kobolden der Nacht“ Wochenstuben und Überwinterungsquartiere an, um den Mangel an natürlichen Baumhöhlen oder Quartieren in Gebäuden auszugleichen. Diese Höhlen werden regelmäßig kontrolliert und betreut. Zudem wird durch Fledermausexkursionen in und um Kiel im Rahmen der regelmäßigen Höhlenkontrollen oder auf den Treffen der NABU-Fledermausschützer im NEZ „Kollhorst“ die interessierte Öffentlichkeit über diese Säugetiere informiert.

 

Weitere Informationen unter http://www.agf-kiel.de

und auch unter Fledermäuse in Kiel


Neue Wohnungen für Kieler Fledermäuse

Neue Wohnungen für Fledermäuse: Flachkasten, kleine Fledermaushöhle und Großraumhöhle - Foto: Hartmut Rudolphi
Neue Wohnungen für Fledermäuse: Flachkasten, kleine Fledermaushöhle und Großraumhöhle - Foto: Hartmut Rudolphi

Die Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz in Kiel (AGF Kiel) hat diesen Herbst wieder neue Kästen für Fledermäuse aufgehängt. Die Reviere in den Kieler Wäldern Russeer Gehege, Vieburger Gehölz Gehege Kronsburg und Hofholz, in denen bereits Kästen hängen, wurden durch die 9 neuen Kästen ergänzt. Dabei werden ganz unterschiedliche Kastentypen verwendet, wie Flachkästen, Fledermaushöhlen oder Großraumhöhlen. Insgesamt betreut die AGF Kiel inzwischen über 100 Fledermauskästen.

Ehrenamtliche des NABU Kiel hängen Fledermauskästen auf - Foto: Frank Pliquett
Ehrenamtliche des NABU Kiel hängen Fledermauskästen auf - Foto: Frank Pliquett

Die Kästen werden von den Fledermäusen gerne angenommen. In Kiel findet man in den Quartieren hauptsächlich Große Abendsegler, Zwergfledermäuse, Fransenfledermäuse und Wasserfledermäuse. Im Russeer Gehege nutzen auch mal die seltenen Teichfledermäuse die Behausungen. In der Regel werden die Kästen als Zwischenquartier genutzt, wenn Beispielsweise die Tiere im Herbst auf dem Weg zu den Winterquartieren sind. Manche dienen auch als Balzquartier. Dann sitzen in den Kästen Männchen, die mit ihren Balzrufen die Weibchen anzulocken. In seltenen Fällen werden die Kästen als Wochenstubenquartier genutzt, in denen die Weibchen die Jungen aufziehen, oder als Winterquartier.

 

Die Kästen sind notwendig, weil es durch die forstwirtschaftliche Nutzung der Wälder zu wenige natürliche Baumhöhlen gibt. Baumhöhlen, die für Fledermäuse als Quartier interessant sind, entstehen oft erst bei Bäumen, die über 150 Jahre alt sind. Gerodet werden die Bäume aber i.d.R. schon im Alter unter 150 Jahre. Die Kästen sind aber kein wirklicher Ersatz, sondern ergänzen nur das natürliche Quartierangebot. Denn Fledermäuse sind darauf angewiesen, dass viele Quartiere zur Verfügung stehen, zwischen denen sie wechseln können. Um den Fledermausbestand langfristig zu sichern, sind daher natürliche Baumhöhlen unbedingt notwendig.


Fledermäuse in Altenholz

Nach Reinigung der bestehenden Fledermauskästen und einer abendlichen Exkursion in „ihrem“ Wald hinter der Schule, entschied sich die dritte Klasse der Claus-Rixen-Schule in Altenholz Stift, ihrem Revier einen weiteren Kasten hinzuzufügen. Der Kasten wurde Anfang November bestellt, von der Klasse bemalt und wenige Tage später mit Hilfe des NABU Kiel aufgehängt. Bei einem Blick in einen der älteren Kasten gab es dann eine Überraschung. Bei der Kontrolle im Sommer war dieser Kasten leer, nun hing in einer der Ecken ein Gruppe von sieben Fledermäusen. Nach diesem spannenden Fund wurde der neue Kasten ganz in der Nähe aufgehängt, so dass die Tiere auch dieses neue Wohnangebot sicherlich bald finden werden.


Workshop Fledermaus-Empfänger

Workshop Fledermaus-Empfänger - Foto: Frank Pliquett
Workshop Fledermaus-Empfänger - Foto: Frank Pliquett

Am Freitag (22.02.2019) hatten wir uns zu einem Workshop im Kollhorst verabredet, um Fledermaus-Empfänger zu bauen. Es stellte sich heraus, dass der bestellte Bausatz überarbeitet wurde und die neue Version viel leichter und einfacher als bisher zusammengebaut werden konnte. Die dadurch überschüssige Energie können wir nun in Exkursionen stecken, um an den ersten warmen Frühlingsabenden in verschiedenen Stadtparks Kiel auf Empfang zu gehen. Mit etwas Übung lassen sich aus dem Flugbild der Tiere, dem Klang der Rufe und den Rufabständen einige der häufig vorkommenden Fledermaus-Arten recht gut bestimmen.