Wahlprüfsteine zur Mobilitätswende - Oberbürgermeisterwahl 2019

Der Kieler Mobilitätsrat, ein Zusammenschluss aus 10 Umweltschutzverbänden und Inittiativen, dem auch der NABU Kiel angehört, hat allen vier Oberbürgermeisterkandidaten Fragen rund zur Mobilitätswende zugesandt. Ziel ist, den Kieler Wählerinnen und Wählern Orientierungsmöglichkeiten für die Wahlentscheidung zu geben. Für Kiel ist die Mobilitätswende einer der wichtigsten Standortfaktoren, sowohl wirtschaftlich als auch für die Menschen, die in Kiel leben und eine attraktive Stadt als Lebensgrundlage benötigen.

Die Originalantworten aller 4 Kandidaten sowie eine Zusammenfassung sortiert nach den Fragen stehen unter dem Text als Download zur Verfügung.

In einigen Punkten wie dem Ausbau des ÖPNV oder des Radwegenetzes sind sich die Kandidaten einig. Im Detail gibt es jedoch entscheidende Unterschiede, die für die Wähler*innen von Interesse sind, da diese Punkte die zukünftige Entwicklung der Mobilität entsprechend stark beeinflussen. Im folgenden 3 Beispiele.

1 € Ticket - 365 €-Ticket
Die Umsetzung des 1 €-Ticket wird von Björn Thoroe sowie Dr. Ulf Kämpfer genannt, das 365 €-Ticket von Dr. Andreas Ellendt. Florian Wrobel hat keinen Ticketpreis genannt.

Der Unterschied ist, dass vom 1 €-Ticket alle Nutzer des ÖPNV profitieren würden, da der geringe Fahrpreis auch für Gelegenheitsfahrer gelten würde. Der Umstieg vom Auto auf ÖPNV würde das erleichtern.

Bei einem 365 €-Ticket würden nur Vielfahrer des ÖPNV profitieren, da Wenigfahrer sich das Ticket aufgrund des hohen Anschaffungspreises nicht zulegen würden bzw. sozial schwächere Menschen es sich nicht leisten könnten. Der Umstieg zum ÖPNV wäre erschwert oder nicht möglich.

Mehr ÖPNV, weniger Autoverkehr
Die Kandidaten sprechen sich für den Ausbau des ÖPNV inkl. Stadtbahn und Schiffsverkehr sowie Radverkehrs aus. Für einen Umstieg vom Autoverkehr auf den ÖPNV sind aber Maßnahmen zur Reduzierung des Autoverkehrs unumgänglich.

Bei Dr. Andreas Ellendt werden keine Maßnahmen genannt, die zu einer Verminderung des innerstädtischen Autoverkehrs führen.

Dr. Ulf Kämpfer nennt u.a. das Konzept der Parkraumbewirtschaftung als Teil des Green-City-Plans. Priorität hat für ihn die Prüfung der weiteren Parkraumverknappung in der Innenstadt (entsprechend des Wegfalls der Parkplätze Alte Feuerwache*, u.a.). Weiterhin wird bei der Planung neuer Stadtteile die Reduzierung und Konzentration von Parkplätzen genannt**.
Anmerkung NABU Kiel:
*unter der Alten Feuerwache befinden sich Tiefgaragen, daher sind die Parkplätze nicht alle weggefallen. Außerdem wurden/werden im Innenstadtbereich auch neue Parkplätze geschaffen, z.B. Bau des Parkhauses am Exerzierplatz
**hinsichtlich des Zeitraumes bis die neuen Stadtteile entstehen ist aus Sicht des NABU auf private PKW-Parkplätze völlig zu verzichten.

Björn Thoroe nennt eine Reduzierung der Parkplätze von 3 % pro Jahr.

Florian Wrobel nennt hierzu den Umbau der Straßen zu Einbahnstraßen und Überflutung von Straßen.

Planungsstopp der Südspange
Dr. Andreas Ellendt verweist auf die Zuständigkeit des Bundes*, sieht die Südspange nicht nur ökologisch problematisch und würde sich an die Beschlüsse der Ratsversammlung halten. Dass er sich auch aktiv für einen Planungsstopp einsetzt, wird nicht genannt.
Dr. Ulf Kämpfer unterstützt die Vereinbarung der Kieler Rathauskooperation, die die Planung vollständig aus der Hand gegeben hat und dem Bund überlässt, statt sich für den Erhalt des Kieler Grüngürtels einzusetzen.
Björn Thoroe und Florian Wrobel sprechen sich klar für einen Planungsstopp aus und unterstützen damit die Forderungen der Umweltschutzverbände.

*Anmerkung NABU Kiel: Der Bund ist zwar für den Bau der Autobahn und Südspange zuständig, dies muss aber im Einvernehmen mit der Stadt Kiel geschehen. Daher hätte die Kieler Ratsversammlung Einfluss auf die Planung, wenn sie denn wollte.

 

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Wahlprüfsteine des Mobilitätrates zur Oberbürgermeisterwahl 2019 in Kiel. Antworten von Dr. Andreas Ellendt.
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Antworten von Dr. Ulf Kämpfer.
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Antworten von Björn Thoroe.
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Antworten von Florian Wrobel.
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Übersicht der Antworten.
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Stellungnahme zum Entwurf Fortschreibung Luftreinhalteplan Kiel

Der NABU Kiel lehnt das Vorhaben in der vorgelegten Form grundsätzlich ab. Die im Entwurf genannten Maßnahmen, wie z.B. dass Dieselfahrzeuge nur die linke Spur  nutzen dürfen, zielen nur darauf ab, die Messwerte von Stickstoffdioxid an der Messstelle Theodor-Heuss-Ring als Jahresmittelwert unter den erlaubten Grenzwert zu bringen.
Wie im Entwurf selbst festgestellt wird (S. 38), führen die Maßnahmen nicht zu einer Senkung der Verkehrszahlen auf dem Theodor-Heuss-Ring. Eine Lösung im Sinne der Ursachenbekämpfung wird somit nicht verfolgt.

Der NABU Kiel fordert daher viel weitreichendere Maßnahmen, die vor allem eine Reduzierung des Verkehrs in der Innenstadt zum Ziel haben. Dazu zählen auch viele Maßnahmen, die kurzfristig umzusetzen sind.

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Stellungnahme zum Entwurf Fortschreibung Luftreinhalteplan Kiel
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Unsere Pressemitteilung zum Luftreinhalteplan am Theodor-Heuss-Ring

Land hält Luftreinhalteplan der Stadt Kiel als nicht ausreichend wirksam

 

Der NABU Kiel sieht sich in seiner Kritik am Luftreinhalteplan zum Theodor-Heuss-Ring bestätigt. Die Maßnahmen der Stadt Kiel sind bei Weitem nicht ausreichend. Viele der Maßnahmen wirken zudem nur punktuell direkt an der Messstelle. Daran ändern auch die vom Land jetzt vorgeschlagenen Absauganlagen nichts, auch wenn dadurch die Schadstoffmengen direkt an der Messstelle unter den Grenzwerten liegen sollten.

 

Der NABU Kiel fordert viel weitreichendere Schritte von Politik und Verwaltung. Visionen statt punktuellen Handelns. „Der Kieler Innenstadtbereich muss als Umweltzone ausgewiesen werden, in dem keine älteren Dieselfahrzeuge reinfahren dürfen“, so Hartmut Rudolphi, Vorsitzender des NABU Kiel. Dadurch müssten Pendler, Tagesgäste und Touristen auf den umweltfreundlichen ÖPNV oder Fahrrad umsteigen. Eine Maßnahme die noch dieses Jahr umsetzbar wäre. Für Pendler gibt es kein verbrieftes Recht einerseits außerhalb von Kiel im Grünen zu wohnen und dann die Bewohner der Innenstadt mit Abgasen, Lärm und Verkehrsstress zu belasten. Auch wenn Grenzwerte an anderen Orten der Stadt eingehalten werden, besonders Kleinkinder und ältere Menschen müssen unter den Schadstoffen gesundheitlich leiden.

 

Eine Umweltzone würde zudem die dringend benötigte Verkehrswende beschleunigen. Andere Städte wie Karlsruhe machen es vor. Neben der Umweltzone müsste zudem noch ein ganzes Maßnahmenpaket beschlossen werden, das über den Luftreinhalteplan der Stadt hinausgeht, wie verstärkter Ausbau des ÖPNV, ein permanenter Rückbau von Parkplätzen und Umwandlung von Straßen zu Radwegen. Z.B. kann auf dem Westring der Autoverkehr von vier auf zwei Spuren beschränkt werden. Die freiwerdenden Spuren können zu Radweg und Grünstreifen umgewandelt werden.

 

Die ganzen Maßnahmen führen auch zu einem großen Gewinn an Lebensqualität für die Menschen in Kiel.

 

V.i.S.d.P. Hartmut Rudolphi

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NABU Kiel Pressemitteilung zum Luftreinhalteplan am Theodor-Heuss-Ring
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Junge Menschen in Kiel wählen für Umwelt und Naturschutz

Hier unsere Pressemitteilung zur Analyse der Wahlergebnisse aus Kiel.

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NABU Kiel Pressemitteilung zu den EU-Wahlen 2019
NABU Kiel Pressemitteilung_EU Wahlen 201
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NABU-Abend mit OB Dr. Kämpfer – Südspange und Theodor-Heuss-Ring

An unserem Gruppenabend am 8. Mai hatten wir Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer zu Gast. Themen waren das große und kontrovers diskutierte Verkehrsprojekt Südspange (A 21-Anschluss) und die Luftproblematik am Theodor-Heuss-Ring, die auch für viele Diskussionen sorgt. Es besteht offensichtlich ein großes Interesse in der Bevölkerung an der Verkehrspolitik und der Verkehrswende, denn die Tenne im Kollhorst war gefüllt. Es waren über 40 Besucher gekommen.

Nach den Begrüßungsworten des 1. Vorsitzenden der NABU Ortsgruppe Kiel, Hartmut Rudolphi, erläuterte Dr. Kämpfer den aktuellen Stand der Planungen und wies immer wieder auf die Schwierigkeit hin, den verschiedenen Interessensgruppen gerecht zu werden, nämlich den Anwohnern und Kleingärtenbesitzern sowie den Pendlern. Die Frage ist, wie soll der eingehende Verkehr bewältigt werden und wer übernimmt die Kosten für eine verträgliche Anbindung.

Im Anschluss erklärte Hartmut Rudolphi sehr anschaulich die verschiedenen Probleme in Bezug auf die Lebensqualität der Anwohner und der Zerstörung der Natur und stellte alternative Planungen vor. Vom NABU wird eine Tunnellösung auf der bestehenden B 404 favorisiert, mit der eine Zerschneidung durch die Südspange der verschiedenen Stadtteile nicht nur verhindert werden kann, sondern auch die bestehende Zerschneidung der B 404 aufgehoben wird. Beispiele dazu gibt es in anderen Städten.

In der anschließenden Diskussion machten die Anwesenden weitere Vorschläge zur Anbindung der A21 an das Stadtgebiet, aber vor allem zur Frage, wie der Autoverkehr in die Stadt verringert werden könnte. Konsens ist, dass der öffentliche Nahverkehr ausgebaut und gefördert werden muss.

Die dauerhafte Überschreitung der Stickoxidgrenzwerte am Theodor-Heuss-Ring veranschaulicht drastisch die Problematik des zunehmenden Pkw- und Lkw- Verkehrs rein ins Stadtgebiet. Soll die Verkehrswende gelingen, so muss unbedingt über Alternativen nachgedacht werden, wie z.B. Park & Ride Maßnahmen, damit einhergehend der Ausbau des ÖPNV und die Umsetzung der Stadtbahn, sowie der massive Ausbau des Radwegenetzes.

Um der starken Zerschneidungswirkung des Theodor-Heuss-Rings entgegenzuwirken, schlägt der NABU eine Deckellösung vor. Als Beispiel dient der sogenannte A7-Deckel in Hamburg. Dadurch könnte zudem eine Fläche gewonnen werden, die begrünt werden könnte.

Dr. Kämpfer ging auf die Fragen und Lösungsvorschläge des Publikums ein und erörterte die verschiedenen Hindernisse und Probleme. So z.B., dass Projekte im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes in Deutschland sehr viel länger bis zur Umsetzung dauern, als in anderen Ländern.

Zum Abschluss der Informationsveranstaltung forderte Herr Rudolphi den Oberbürgermeister auf, die von ihm vorgeschlagenen Alternativen dringend im Sinne des Klimaschutzes und der Lebensqualität der Anwohner prüfen zu lassen.

Wir danken dem OB Dr. Kämpfer für die Teilnahme an der Informationsveranstaltung und allen Gästen für die anregende Diskussion.

Fotos: NABU/Martina Ikert


Fridays for Future

Fridays for Future - am Freitag gingen in Kiel 7.000 und weltweit 1,4 Millionen Schülerinnen und Schüler in über 110 Ländern auf die Straße um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Auch in Kiel waren es mehrere Tausend, die Naturschutzjugend war auch dabei. Die Schülerinnen und Schüler setzten damit ein deutliches Zeichen. Sie lassen sich nichts vormachen, Politikerinnen und Politiker aller Parteien müssen nun endlich handeln. Statt nur an den Symptomen herumzudoktern sind umfangreiche Konzepte umzusetzen. Kiel braucht dazu nur über den Tellerrand zu schauen und es Städten wie in der Schweiz, den Niederlanden oder Dänemark nachzumachen. Doch in Kiel fehlt bisher bei allen Parteien der Wille und der Mut Wesentliches zu ändern. Titel wie "Klimaschutzstadt Kiel. 100%" sind reine Augenwischerei. Bis es Beschlüsse für wirklichen Klimaschutz gibt, müssen die Schülerinnen und Schüler weiter auf die Straße gehen.

Fotos: NABU/Hartmut Rudolphi


Hof Hammer: NABU Kiel erstattet Strafanzeige

Fotos: NABU/Hartmut Rudolphi

NABU Kiel erstattet Strafanzeige bei der Polizei wegen Verstöße gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Auslöser sind die massiven Einschlag- und Entastungsmaßnahmen sowie tiefgreifende Kronenrückschnitte auf dem Gutspark-Gelände des Hof-Hammer. Im Zuge der Planung von Wohnhäusern wurde für das Gebiet ein Bebauungsplan aufgestellt. Im B-Plan wurde genau festgelegt, welche Bäume gerodet werden dürfen und welche Bäume erhalten sowie wo Nachpflanzungen gemacht werden müssen. Das Gebiet hat eine hohe Bedeutung für Fledermäuse. Einerseits wurden Fledermausquartiere dort festgestellt, andererseits befinden sich auf dem Gelände wichtige Flugstraßen, die die Fledermäuse zwischen ihren Quartieren im Siedlungsbereich und der Eider als essenzielles Jagdgebiet nutzen. Der Fledermausbestand muss nach Bundesnaturschutzgesetz geschützt werden.

Der massive Eingriff durfte nach den Vorgaben des B-Plans nicht durchgeführt werden. Durch den Habitatverlust ist das Fledermausvorkommen auf dem Gelände nun gefährdet. Wie mit dem Fall weiter verfahren wird, werden nun die Naturschutzbehörden und die Staatsanwaltschaft aktiv werden.

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Die vollständige Strafanzeige ist hier als Download verfügbar:
Anzeige_HofHammer_NABUKiel_pdf_190307.pd
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Stellungnahme des NABU Kiel zum Landschaftsrahmenplan, Planungsraum II

Das Land Schleswig-Holstein stellt die Landschaftsrahmenpläne aufgrund neuer Entwicklungen neu auf. Die Landschaftsrahmenpläne enthalten Ziele, Erfordernisse und Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege auf regionaler Ebene.

Zum Entwurf des Landschaftsrahmenplanes, Planungsraum II, indem auch Kiel sowie die umliegenden Kreise behandelt werden, hat der NABU Kiel eine Stellungnahme geschrieben. Dabei wird betont, wie wichtig die Ausweisung neuer großräumiger Schutzgebiete sowie die Ausweitung des Biotopverbundsystems ist. Artenschutz, Klimaschutz sowie der Schutz von Gewässern und damit des Wassers sind Aufgaben, für die auch Kiel in der Verantwortung steht. Während aber in den letzten Jahren massiv gebaut wurde sowie der Autoverkehr stieg, und damit die Landschaftszerschneidung und Versiegelung voranschritt, wurde das letzte Naturschutzgebiet 2007 ausgewiesen. Außerdem wurden Geiete, die mal als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen werden sollten, wieder aus der Flächenkulisse herausgenommen. Dieser Schritt Rückwärts ist nicht zu akzeptieren. Die Stadt kann das Artensterben, wie das der Wildbienen, nicht einfach ignorieren.

Der NABU Kiel schlägt in seiner Stellungnahme daher 11 Gebiete vor, die als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen werden sollen, 3 NSG-Erweiterungen, 7 Naturwaldflächen und 7 Hauptverbundachsen des Biotopverbundsystems vor. Nur mit einem großflächigen Schutz ist das Artensterben zu stoppen. Und davon profitiert auch der Klimaschutz sowie der Schutz unseres Wassers. Außerdem sorgt die grüne Lunge auch für saubere Luft.

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Stellungnahme des NABU Kiel zum Landschaftsrahmenplan, Planungsraum II
190227_Stellungnahme NABU LRP 2018.pdf
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Geplanter Ausbau des Solldieksbachs in Kiel

Die Stadt Kiel plant den Ausbau des Solldieksbachs im Kieler Süden. Hintergrund ist der geplante Bau der neuen Stadtteile bei Meimersdorf mit einer Größe von über 45 ha. Der Solldieksbach in seiner bestehenden Form würde als Vorfluter nicht mehr ausreichen. Durch die große Versiegelung von Flächen fällt bei Regen eine sehr große Menge Wasser an, die über ein Vorfluter weggeführt werden muss, ansonsten käme es in dem neu geplanten Stadtteilen zu Überflutungen.

Weiteres lesen Sie hier


Pressemitteilung des NABU Kiel

Gemeinsame Stellungnahme der Kieler Umweltverbände zum Entwurf eines
Wohnbauflächenatlas:
Bauwahn oder Zukunftsplanung?
BUND und NABU kritisieren mangelhafte Einbindung von Bürgern, Verbänden und
Fachkonzepten bei der Erstellung des Wohnbauflächenatlas. Nach Bewertung der
Umweltverbände fehle dem Atlas die nötige stadtplanerische Qualität, um den
verschiedenen Nutzungsansprüchen in der Stadt gerecht zu werden. NABU und BUND
fordert insbesondere die Veräußerung von Flächen im städtischen Besitz an klare,
ambitionierte Kriterien zu knüpfen und das Tafelsilber der Stadt nicht leichtfertig an
Investoren zu verkaufen.

 

Näheres finden Sie in der vollständigen Pressemitteilung.

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PM_NABU_BUND_Wohnbauflächenatlas_270217.
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Wohnungsbau in Kiel –

Stadtverwaltung veröffentlicht Wohnbauflächenatlas

Im Sommer wurde der Entwurf vom Wohnbauflächenatlas als Beschlussvorlage für die Ratsversammlung veröffentlicht. Das Stadtplanungsamt hat für die Stadt Kiel Flächen identifiziert, die für den Wohnungsbau genutzt werden können und sollen. Bei diesem Entwurf werden die Flächen, die sich im Eigentum der Stadt befinden, dargestellt. In einem zweiten Entwurf werden Anfang kommenden Jahres noch die im Privatbesitz befindlichen Flächen aufgezeigt. Mit der geplanten Bebauung will die Stadt Kiel dem prognostizierten Wohnungsmangel entgegentreten.
Sollte der Wohnbauflächenatlas in der vorliegenden Form tatsächlich umgesetzt werden, würden massiv Grünflächen der Stadt zugebaut werden. Die Kieler Naturschutzverbände NABU und BUND lehnen daher den Entwurf ab. Die Grünflächen haben eine sehr hohe Bedeutung für die Natur, sie werden benötigt zum Erhalt der Tier- und Pflanzenwelt, sind ausschlaggebend für Stadtklima und Luftqualität. Grünflächen bedeuten aber auch mehr Wohnqualität für die Bewohner Kiels, weil Gärten und Parks eine hohe Bedeutung als Freizeit- und Erholungsräume haben.
Konkret sind Flächen nach folgenden vier Kriterien aus dem bestehen Wohnbauflächenatlas wieder zu streichen:

- Keine Innenflächenverbauung, wenn es sich z.B. um strukturreiche Gärten handelt.
  Sie sind wichtig für das Kleinklima im Innenstadtbereich, Wohnqualität, Naherholung
  und als sozialfördernde Strukturen.

- Keine Zerschneidung von Biotopverbundachsen bzw. Grünachsen.
  Sie sind wichtig für Austauschbeziehungen zwischen Biotopflächen,

  als Frischluftschneisen und für das Innenstadtklima.

- Keine Außenrandverbauung bzw. Außenrandverschiebung
  Diese Naherholungsgebiete direkt vor den Toren der Stadt müssen für die Menschen
  erhalten bleiben – Wohnqualität - und es kommen oft wertvolle Biotopstrukturen vor.

- Keine Baumaßnahmen in wertvolle Biotope, z.B. Kleingärten mit altem Baumbestand,
  Gewässer, artenreiches Wertgrünland oder Knicklandschaft.
  Sie sind wichtig für den Erhalt von Naherholungsgebieten, Biotopen und Trittsteinen
  für die Fauna.

Die Naturschutzverbände kritisieren auch die Vorgehensweise der Stadt Kiel. Wie selbstverständlich werden die Prognosen zum Bevölkerungswachstum als gottgegeben dargestellt, dabei sind diese Prognosen kritisch zu hinterfragen, denn es gibt auch andere Zahlen. Der Bauboom ist letztendlich auch dem Niedrigzins geschuldet. Geschaffen werden im Wesentlichen Wohnungen und Einfamilienhäuser der gehobenen Preisklasse. Damit ignoriert die Kieler Politik aber die tatsächliche soziale Entwicklung der Bevölkerung. Die Ankündigung Wohnraum für Studenten und weniger reiche Familien schaffen zu wollen, erweist sich bei der genauen Betrachtung als Lippenbekenntnis. Von der Ratsversammlung ist zu erwarten, dass sie sich über Lösungswege anderer Städte informiert, man muss das Rad nicht zweimal erfinden. Tübingen zeigt Beispielsweise, dass es auch anders geht. Dabei hatte Kiel mal gute Vorsätze wie Bebauung auf nur vorgenutzten Flächen, in Baulücken und möglichst keine Neuversiegelung. Davon haben sich die Kieler Ratsfraktionen aber verabschiedet.
Fläche ist in einer Stadt nun mal ein endliches Gut, die Bedeutung der Grünflächen für Natur, Umwelt und Mensch ist sehr hoch und bei Verlust nicht auszugleichen. Die Naturschutzverbände fordern daher eine Grundsatzdebatte. Außerdem eine Rückbesinnung auf die alten Konzepte mit Wohnungsbau nur in Baulücken, durch Aufstockung und auf bereits versiegelten Flächen. Grüne Innenhöfe, Biotopverbundflächen sowie die bestehenden Baugrenzen sind zu erhalten. Durch den Ausbau des ÖPNV können auch die Potenziale der umliegenden Gemeinden ökologisch verträglich genutzt werden.

Mitarbeit der NABU-Mitglieder ist gewünscht und notwendig
Die Mitglieder des NABU sind aufgefordert sich an der Diskussion zu beteiligen. In den Ortsbeiräten und mit den Vertretern der Ratsversammlung müssen Grundsatzdiskussionen geführt werden.
Wer im Wohnbauflächenatlas kritische Flächen bei sich in der Umgebung entdeckt, kann diese auch gerne dem NABU-Vorstand melden. Wir werden eine Stellungnahme dazu noch verfassen und sind auf die Mithilfe von Leuten vor Ort angewiesen. Die Unterlagen können über die Seite der Stadt eingesehen oder beim Vorstand angefragt werden (vorstand(at)nabu-kiel.de).


Pressemitteilung des NABU Kiel

15.04.2016: Mit Bezug auf die Veröffentlichung der neuen Werte zu den Luftschadstoffmessungen in Kiel sowie den (fehlenden) Maßnahmen der Stadt können Sie hier unsere Pressemitteilung vom 15. April d. J. lesen:

Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Hartmut Rudolphi (1. Vorsitzender)
hartmutrudolphi(at)yahoo.de

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Pressemitteilung_Schadstoffmessungen in
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Kein Windpark in geschütztem Landschaftsraum!

Gemeinsame Stellungnahme von NABU und BUND gegen einen Windpark Meimersdorf

Knick (Bsp.)  (c)  A.Schneider-Bujack
Knick (Bsp.) (c) A.Schneider-Bujack

19.02.2016  Auf Grund der aktuellen Berichterstattung in der Presse zum geplanten Windpark im Süden Kiels vom 18./19.02.2016 sehen sich der NABU Kiel und die BUND Kreisgruppe Kiel veranlasst, eine Richtigstellung vorzunehmen:

In den KN-Berichten vom Donnerstag, 18. Februar und Freitag, 19. Februar 2016 zur Beschlussfassung der Kieler Grünen wird der Eindruck vermittelt, die auf der jüngsten Kreismitgliederversammlung (KMV) von Bündnis 90/Die Grünen entwickelte neue Idee, eine Verringerung der Turmhöhe der geplanten Anlagen prüfen zu lassen, wäre auf Betreiben oder Wunsch der Naturschutzverbände veranlasst oder würde in irgendeiner Weise dem Naturschutz Rechnung tragen. Davon distanzieren sich die Naturschutzverbände!

 

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NABU Kiel und BUND KG Kiel kritisieren Beschluss des Grünen Kreisverbandes Kiel zum weiteren Planungsverfahren "Windpark Kiel-Meimersdorf/ Flintbek"

Schreiadler vor Windräder
(c) NABU / Thomas Krumenacker

04.06.2015  NABU und BUND haben sich in gemeinsamen Stellungnahmen deutlich gegen einen Windpark im Süden Kiels ausgesprochen. Die Stadt Kiel plant hier gemeinsam mit der Gemeinde Flintbek, einen interkommunalen Windpark südlich Meimersdorf zu errichten. Förmlich eingeklemmt zwischen Siedlungsbereichen, EU-Schutzgebieten (Flora-Fauna-Habitat/Natura-2000 Gebiet) sowie naturschutzfachlich wertvollen Feuchtgebiets- und Extensivflächen der Moorseeniederung, des Kleinflintbeker Moores und des Eidertals, soll eine Sondernutzungszone „Windenergie“ mitten im Landschaftsschutzgebiet (LSG) errichtet werden. Dabei werden vom LLUR ausdrücklich empfohlene oder sogar per Erlass vorgeschriebene Mindestabstände nicht eingehalten. Da die LSG-Verordnung noch dazu die Errichtung von Windenergieanlagen ausdrücklich verbietet, plant die Stadt Kiel nun, den Landschaftsschutz für das betroffene Gebiet wieder aufzuheben. Und das, obwohl sie selbst dessen überaus hohen Wert herausstellt, den das Gebiet hinsichtlich Naturhaushalt, Ökologie, Landschaftsbild und Kulturhistorie sowie als wichtiges Kieler Naherholungsgebiet hat.

 

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