AG Meeresschutz

Die Weltmeere sind bedroht durch die industrielle Fischerei, Klimawandel und Verschmutzung. Auch der Zustand des Binnenmeeres vor unserer Haustür, die Ostsee, ist besorgniserregend. Flora und Fauna haben durch vielfältige zerstörerische Einflüsse des Menschen zu leiden. Die Biodiversität ist in Gefahr.

Eines der größten Probleme auch der Ostsee ist der Plastikmüll im Meer, insbesondere das Mikroplastik.

Wir möchten die Aufmerksamkeit auf dieses Thema richten, die Menschen informieren und sensibilisieren. Durch verschiedene gemeinschaftliche Aktionen, mit denen wir auch Kinder und Jugendliche ansprechen, wollen wir Druck auf Politik und Wirtschaft ausüben. Auch wir selber können unser Handeln ändern. Deshalb wollen wir auch praktische Tipps geben, um Plastikmüll zu vermeiden.

Die AG Meeresschutz besteht seit dem 31. Januar 2019 aus dem Wunsch heraus, uns beim NABU Kiel auch dem Meeresschutz zu widmen, wohnen wir doch an einer schmalen Meeresbucht der Ostsee. Bisher haben wir uns an der Strandsäuberung am International Coast Cleanup Day beteiligt und an einem Infostand z.B. beim Apfelfest im Kollhorst über die Problematik des Mülls, insbesondere des Plastikmülls in der Ostsee informiert. Um unser Wissen zu erweitern, haben Mitglieder aus unserer Gruppe kurze Vorträge, z.B. zur Meeresschutzpolitik oder zur Überdüngung gehalten. Wir würden uns über weitere Menschen freuen, denen die Ostsee auch am Herzen liegt und die Ideen, Engagement und Wissen einbringen können.

Nach der mehrmonatigen Corona-Pause haben wir unsere Aktivitäten wieder aufgenommen und laden euch zu einem unserer monatlichen Treffen im Kollhorst ein.
Bei Interesse schreibt bitte an die untenstehende E-Mail-Adresse, um unseren nächsten Termin zu erfahren.

 

Kontakt: Martina Ikert
nabu-kiel-meeresschutz(at)hotmail.com


International Coastal Cleanup Day (ICCD)

09.09.2020 | Am 18. und 19. September findet zum 34. Mal der International Coastal Cleanup Day auch an den über 25 km langen Stränden rund um die Kieler Förde statt. Trotz der Corona-Pandemie ruft die Ocean Conservancy

zu freiwilligem aber vor allem sicherem Engagement bei der Befreiung unserer Strände von Plastikmüll, Zigarettenkippen, Kronkorken und Flaschen und allen anderen Hinterlassenschaften der Urlaubssaison auf.

Der Gedanke dahinter – so einfach wie wirksam
Viele freiwillige Hände sammeln den Müll vom Strand, sortieren ihn, zählen und wiegen alles und übergeben es dem beauftragten Entsorgungsunternehmen. Die ermittelten Daten werden über die Clean Swell App an die Müll-Datenbank der Ocean Conservancy übermittelt und veröffentlicht.

Die Organisatoren
Dieses Jahr übernimmt dankenswerterweise die örtliche Umwelt-NGO one earth one ocean (OEOO) die Organisation von der Kieler Forschungswerkstatt. Sie stattet interessierte Gruppen und Vereine mit dem notwendigen Material und den Informationen aus, koordiniert alle Aktivitäten und organisiert den Abtransport des gesammelten und sortierten Mülls. Auf der  Webseite von OEOO findet ihr auch weitere Informationen und Hintergründe zum Thema.

Die Engagierten
Am 18. September werden vornehmlich die Schüler der Kieler Schulen ihre Strände von Unrat befreien. Am Samstag, den 19. September sind es dann die kleinen lokalen Initiativen, Vereine und Gruppen, die „ihre“ Strandabschnitte reinigen. Trotz der Corona-bedingten Einschränkungen hoffen die Organisatoren, dass sich wieder viele engagierte Menschen zu dieser wichtigen Aktion einfinden, um die Problematik der Vermüllung unserer Meere ins Bewusstsein zu bringen.

NABU Kiel ist wieder dabei
Selbstverständlich, dass der NABU Kiel, wie in den vergangenen Jahren (ICCD 2019), „seinen“ Strandabschnitt zwischen dem Landschaftsschutzgebiet Laboe und Stein (Hundestrand) säubern wird. Wir hoffen auf zahlreiche Teilnahme – der NABU Kiel heißt auch herzlich alle willkommen, die sich einfach an diesem Tag für unsere Förde engagieren möchten, ohne einem Verein oder Gruppe anzugehören.
Meldet Euch einfach drei bis vier Tage vorher bei Martina Ikert (NABU Kiel Meeresschutz(at)hotmail.com), die die Aktion organisiert und koordiniert.


Hilfe beim Fishing-for-Litter-Projekt des NABU

Fotos: NABU/Martina Ikert

 

Am 8. November 2019 haben vier Aktive des NABU Kiel auf dem Remondis Recyclinghof in Melsdorf beim Projekt Fishing-for-Litter mitgeholfen und den Müll aus den Häfen in Eckernförde und Heikendorf sortiert, gezählt und teilweise gewogen.
Das Projekt wird geleitet von Nils Möllmann, Referent Meere ohne Plastik, und unterstützt von der EU sowie von den Ländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Ziel ist es, den Müll aus dem Meer zu bergen, Daten zu erheben und die Akteure aktiv anzusprechen. In Zusammenarbeit mit der FH Magdeburg-Stendal werden die Eigenschaften hauptsächlich der Kunststoffe untersucht, um das Material als wertvolle Ressource zu recyceln.

Bisher beteiligen sich 150 Fischer an diesem Projekt an insgesamt 16 Häfen an Nord- und Ostsee.

Das Video Meere ohne Plastik – Fishing for Litter – Aus Abfall wird Neues zeigt eindrucksvoll und verständlich was genau hinter diesem Projekt steckt, die Ziele und die Logistik.
https://www.youtube.com/watch?v=ypQUEBfaaSk

Weitere Informationen zu diesem Thema:
https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/aktionen-und-projekte/meere-ohne-plastik/fishing-for-litter/index.html


International Coastal Cleanup Day 2019

Gemeinsame Strandsäuberungsaktion bei schönstem Wetter und guter Laune

Fotos: NABU/ Martina Ikert

 

Vielen Dank an alle Helfer und Helferinnen, die dem Aufruf zum Coastal Cleanup Day gefolgt sind und am Strand zwischen Laboe und Stein den Strand vom Müll befreit haben. Wir waren eine richtig große Gruppe, um die 30 Menschen, große und kleine. Ganz toll, wie auch die Kinder fleißig mitgeholfen haben. Die Fotos zeigen die verschiedenen Aktivitäten: sammeln, sortieren, klassifizieren, zählen, wiegen, dokumentieren. Die Daten werden an die Kieler Forschungswerkstatt geschickt, die dann die Ergebnisse der Reinigungsaktionen an der gesamten Kieler Förde an die Ocean Conservancy in Washington meldet, wo sie dann international ausgewertet werden.

Auch dieses Jahr standen die Zigarettenkippen zahlenmäßig an erster Stelle. Gesammelt wurden 430 Stück. Eine Zigarettenkippe braucht 5 Jahre, um zu verrotten. Das ist den meisten Rauchern scheinbar nicht bewusst.

Insgesamt können wir aber sagen, dass wir im Vergleich zum vorigen Jahr weniger Müll gefunden haben.


Coastal Cleanup Day 2018

Umweltaktivistinnen und -aktivisten reinigten den Strand bei Laboe im Rahmen des International Coastal Cleanup Day

 

Am 15. September, dem diesjährigen International Coastal Cleanup Day 2018, folgten 17 Personen dem Aufruf vom NABU-Kiel und trafen sich auf dem Parkplatz vor dem Restaurant El Mesón de Playa. Seit 2014 organisiert der NABU-Kiel die Müllsammelaktion am Strandabschnitt zwischen Laboe und Stein und beteiligt sich somit an der umfassenden Reinigung der Strände an der Kieler Förde, die wiederum von der Kieler Forschungswerkstatt koordiniert wird. Hierbei geht es nicht nur darum, die Strände zu reinigen, sondern auch, dass der gefundene Müll nach vorgegebenen Kategorien sortiert, gezählt und gewogen wird. Die Ergebnisse werden an die Ocean Conservancy in Washington (USA) gemeldet und international ausgewertet.

Nach der Begrüßung, einigen sehr wissenswerten Details zur Problematik der Vermüllung der Meere und einer Anleitung zum Ablauf der Aktion ging es dann Richtung Strand. Ungefähr in der Mitte des 1,6 km langen Strandabschnitts war schon eine Plane gekennzeichnet mit den einzelnen Kategorien für die Sortierung vorbereitet worden. In kleinen Gruppen durchkämmten die freiwilligen Helfer und Helferinnen von beiden Endpunkten aus den Strandabschnitt. Und staunten nicht schlecht, wie viel sie an dem augenscheinlich sauberen Strand an Müll vorfanden. Ein offensichtliches Problem an diesem Strandabschnitt ist die fehlende öffentliche Toilette und auch die einzige Mülltonne quillte über. Trotzdem sollte es den Strandbesuchern bewusst sein, dass sie für ihren eigenen Müll verantwortlich sind. Denn bei dem nächsten Hochwasser oder auch durch den Wind gelangt dieser Abfall in die Ostsee und trägt so zur Vermüllung bei. Anzahlmäßig stellten die Zigarettenkippen mit 1105 Stück die größte Müllsorte dar. Die nächstgrößere Kategorie waren die Plastik/Styropor-Teile, gefolgt von den Hygieneartikeln und den Lebensmittelverpackungen. Aufgesammelt wurden auch 9 Bestandteile aus Fischereiausrüstung.

Insgesamt wurden 25,5 kg Müll gesammelt, darunter auch ein kompletter Grill.

Der NABU-Kiel beteiligt sich an dieser weltweiten Aktion, um auf die Vermüllung der Meere aufmerksam zu machen. Wir als Verbraucher können aktiv mitwirken, indem wir z.B. bei Kosmetika darauf achten, dass kein Mikroplastik enthalten ist. Wichtig ist es auch die Flut an Lebensmittelverpackungen zu reduzieren und auf andere Produkte auszuweichen. Die EU-Kommission hat sich zwar für das Verbot von u.a. Einmalgeschirr aus Plastik, Strohhalme und Wattestäbchen ausgesprochen, aber die entsprechenden Gesetze müssen in den Ländern verabschiedet werden. Es muss eine umfassende Strategie zur Eindämmung des Plastikmülls und zum Schutz der Meere ausgearbeitet werden.

Fotos: NABU/ Martina Ikert

Gegen die Müllflut in unseren Meeren müssen alle Staaten endlich massiv angehen, die Meere sind letztendlich ein wichtiger Baustein im weltweiten Ökosystem und Nahrungsgrundlage für uns Menschen. Aber weder die Stadt Kiel noch das Land oder der Bund gehen ernsthaft gegen den Müll an.