NSG Mönkeberger See

Herzlich willkommen in der Grünen Oase mitten in der Stadt. Dieses in der letzten Eiszeit entstandene Kleinod ist vielfach menschlich überprägt. Trotzdem und zum Teil auch deswegen beherbergt es viele verschiedene Lebensräume – vom alten Königsmoor, über den namensgebenden Mönkeberger See mit seinem breiten Schilfgürtel und anschließendem Grauweidengürtel, über kleine Laubmischwälder und in freier Entwicklung befindlicher Wildnis bis zu offenem und halboffenem Grünland.

 

Weitere Informationen finden Sie hier

 

Kontakt: NSG-Moenkeberger-See(at)koenigsmoor.net

 

http://schleswig-holstein.nabu.de/naturerleben/schutzgebiete/uebersicht/seenplatte/10368.html


Hallo liebe Freund*innen des Mönkeberger Sees,

wir waren den Winter über sehr aktiv und viele von Euch und Ihnen haben mitgeholfen. Nochmal ein herzliches Dankeschön! Kleingewässer wurden freigestellt, damit die Sonne sie wieder erwärmen kann und die Amphibien wieder Platz finden. In der Weidelandschaft haben wir den Rindern mit großen Entkusselungsaktionen unter die, wie sagt man, Hufe gegriffen?

 

Daniel Körbächer hat die Aktivitäten sehr schön für die Nachrichten aus Mönkeberg zusammengefasst:

"Braucht ein Naturschutzgebiet eigentlich Mistkäfer? Und wenn ja, wozu soll das gut sein? Die Frage ist natürlich suggestiv, ein ordentliches Naturschutzgebiet hat heutzutage jede Menge Mistkäfer. Und nicht nur die, sondern viele weitere Insekten, woran es in Deutschland sonst ja ganz offenbar mangelt. Aber eins nach dem Anderen.

Das Taurine Hausrind, Bos primigenius, ist keine eigene Art, sondern umfasst zahlreiche gezüchtete Rinderrassen. Sie alle stammen vom Auerochsen, dem wilden Rindervorfahren ab. Diese Urform ist leider ausgestorben, das letzte Exemplar starb 1627 in Polen. Die domestizierten Rassen überlebten aber und neun Rinder davon leben in unserem Naturschutzgebiet.

Ohne die Rinder würde das gesamte Gebiet sehr schnell zu einem dichten Wald werden. Unter Beweidung nimmt die Artenvielfalt und auch die Zahl der Individuen zu. Die Rinder machen das auf vielfältige Weise. Sie verbeißen Gehölze und verzögern so die Verbuschung. Da Rinder Wiederkäuer sind, fressen sie auf den Wiesen und Ruhen in Deckung unter Bäumen. Dorthin tragen sie auch einen Teil ihres Dunges, so dass es auf der Wiese zu einer zunehmenden Nährstoffarmut kommt. Das wiederum fördert das Auftreten von selteneren und schwachwüchsigen Kräutern.

Hiervon können wieder viele seltene Insekten leben, die teilweise auf wenige seltene Kräuter angewiesen sind.

Es gibt aber auch viele Insekten, die vom Dung der Rinder leben. Er ist buchstäblich deren Fladenbrot. Hier sind wir bei unserem Mistkäfer angelangt. Von den 47 in Schleswig-Holstein heimischen Dung- und Mistkäfern sind 40% ausgestorben oder auf der Roten Liste der gefährdeten Käfer. Hierzu zählt auch der seltene Aphodius conspurcatus, ein Käfer, der prachtvoll goldglänzend dem Kuhfladen entschlüpft. Wer hätte das für möglich gehalten? Da es immer seltener Rinder auf der Weide gibt, gibt es für sie immer weniger zu fressen. Zudem werden Weidetiere oft mit Wurmmitteln behandelt, die auch für die Käferlarven tödlich sind. Die Folge sind unbewohnte Kuhfladen, die in der Sonne zu sogenannten Betonfladen härten und mehrere Jahre auf der Wiese liegen bleiben. Nicht so bei uns. Die Fladen in unserem Naturschutzgebiet haben eine hervorragende Qualität: Außen knusprig, innen weich und lebhaft.

Schon nach kurzer Zeit sieht man zahlreiche Löcher auf der Oberfläche der Fladen als Zeuge des bunten Insektentreibens. Nach einigen Wochen ist kaum noch was vom Fladen zu sehen. Machen sie selbst den Test, wenn Sie nächstes Mal über eine Weide spazieren. Wollen Sie auch dazu beitragen, dass die Artenvielfalt zunimmt, dann kaufen Sie ausschließlich Fleisch und Milchprodukte aus biologischer Landwirtschaft mit Weidehaltung. Es schmeckt besser und Sie können damit enorm viel bewirken!

Fotos: NABU/Daniel Körbächer

Da die Rinder erst seit wenigen Jahren beim Offenhalten der Weidelandschaft behilflich sind, muss ihnen noch eine Weile mit dem Knicken der zu hoch aufgewachsenen Gebüsche geholfen werden. Im Februar wird dieses geknickte Buschwerk verbrannt. Wundern Sie sich also nicht über etwas Qualm im NSG, das ist Absicht. Wer oder welche mithelfen möchte, kann gern über nsg-moenkeberger-see(at)koenigsmoor.net mit uns Kontakt aufnehmen und sich auf unseren Newsletter setzen lassen."

 

Unsere Veranstaltungen 2022

 

Sonntag, 27.2.2022, 8:30

Vogelstimmenexkursion für Einsteiger*innen mit Birger Reibisch

Treffpunkt: Mönkeberg, NSG-Zugang Heikendorfer Weg (NABU-Schild)

 

Sonntag, 24.4.2022, 7:30

Ornithologische Exkursion

mit Dr. Wilfried Knief

Treffpunkt: Mönkeberg, NSG-Zugang Heikendorfer Weg (NABU-Schild)

 

Samstag, 7.5.2022, 10:00

Botanischer Frühlingsspaziergang

mit Dr. Ulrich Mierwald

Treffpunkt: Mönkeberg, NSG-Zugang Heikendorfer Weg (NABU-Schild)

 

Freitag, 13.5.2022, 20:45

Nachtleben am Mönkeberger See – Fledermausexkursion mit Hartmut Rudolphi

Treffpunkt: Mönkeberg, NSG-Zugang Dorfstraße, Nähe Hof Fischbek

 

Dienstag, 31.5.2022, 17:00

Botanischer Feierabendspaziergang

mit Dr. Erik Christensen

Treffpunkt: Mönkeberg, NSG-Zugang Heikendorfer Weg (NABU-Schild)

 

Samstag, 20.8.2022, 10:00

Klar Schiff. Dem Knöterich zu Leibe rücken mit Markus Sobotta

Treffpunkt: Mönkeberg, NSG-Zugang Heikendorfer Weg (NABU-Schild)

 

Sonntag, 28.8.2022, 10:00

Sommerspaziergang durch die Wilde Weidelandschaft Eidechsen, Rinder und Heuschreckenkonzert – Pflege für mehr Wärme mit Birger Reibisch und Daniel Körbächer

Treffpunkt: Mönkeberg, NSG-Zugang Heikendorfer Weg (NABU-Schild)

 

Samstag, 5.11.2022, 10:00

Klar Schiff. Mehr Licht für die Sonnenanbeter mit Birger Reibisch und Daniel Körbächer

Treffpunkt: Mönkeberg, NSG-Zugang Heikendorfer Weg (NABU-Schild)


Schauen Sie sich um, bei einem Spaziergang auf dem alten Bahndamm, einem Päuschen am Beobachtungsstand am See oder auf einer unserer Exkursionen. Und halten Sie die Augen offen – was andere Spannendes gesehen haben, erfahren Sie über die unten stehenden QR-Codes.



Quelle: Kieler Nachrichten/Ostholsteiner Zeitung, 09.10.2020 / Nadine Schättler
Quelle: Kieler Nachrichten/Ostholsteiner Zeitung, 09.10.2020 / Nadine Schättler

Quelle: Ostholsteiner Zeitung 30.11.2019 / Nadine Schättler
Quelle: Ostholsteiner Zeitung 30.11.2019 / Nadine Schättler

Was gibt es im Frühjahr Interessantes am Wegesrand zu entdecken?

Fotos: NABU / Martina Ikert

 

22.03.2019 | Wer genau hinschaut, kann auf am Boden liegenden und teilweise verfaulten und bemoosten Zweigen und Stämmen rot leuchtende Kelche entdecken. Das ist der Scharlachrote Kelchbecherling, der in ganz Deutschland selten ist und als gefährdete Art gilt. Heimisch ist der Pilz ausschließlich im Nordwesten Nordamerikas, Mitteleuropa und in Kalifornien. Er ist vom Flachland bis zu den unteren Gebirgslagen verbreitet. Häufig anzutreffen ist der Pilz in nordamerikanischen Ahornwäldern, man findet ihn aber auch in anderen Wäldern. Und auch in unserem Naturschutzgebiet.


Unsere Aktionen mit den Kitas im NSG Mönkeberger See

17.05..2018 | Es ist viel los in unserem Naturschutzgebiet. Außer den jährlich stattfindenden Exkursionen zur Vogelbeobachtung mit Erlernen ihrer Sprache und zur Botanik haben wir dieses Jahr im Rahmen des landesweiten Aktionsmonats „Naturerlebnis für Kita und Schule“ auch zwei Naturgruppen von Mönkeberger Kindergärten begrüßt.

 

Der Titel der Veranstaltung machte neugierig:

 

Eine kleine Natur-Oase vor unserer Tür – wir lernen das NSG Mönkeberger See kennen: Ein See, kleine Tümpel, Wiesen, Wäldchen und ihre Bewohner. Wir entdecken Pflanzen und Bäume, hören und beobachten Tiere und machen uns auf die Suche nach ihren Spuren. Wer hat die kleinen Späne unter der Erle hinterlassen? Und was macht das Loch da im Stamm? Wer hat die kleinen Ästchen da oben zusammengetragen? Und wer ist das mit dem roten Puschelschwanz?

 

Also kamen am Donnerstag, den 17.05., 20 neugierige Kinder und drei Pädagoginnen der Naturgruppe des Mönkeberger Gemeindekindergartens „Die Eichhörnchen“ an den See.

 

Nach der Vorstellrunde wurde auf der Wiese gefrühstückt und dann mit den Kindern die Fragen beantwortet: Was ist überhaupt ein Naturschutzgebiet? Warum brauchen wir Naturschutzgebiete? Wie verhalten wir uns in einem Naturschutzgebiet? Dann ging es aber endlich los auf Schatzsuche. Der Schatz war als Vogel versteckt, war also irgendwo oben auf einem Baum zu suchen. Mit Hilfe von Zurufen „kalt“, „warm“, „heiß“ war der Schatz auch schnell gefunden.  Ohne dass es geplant war, entdeckten die Kinder, dass Birger immer wieder einen jungen Spross des Japanischen Knöterichs ausriss und fragten natürlich neugierig, warum er das machte. „Den wollen wir hier nicht haben, weil er sich so doll ausbreitet und keinen Platz für andere Pflanzen lässt“, war die Antwort. Und dann waren die Kinder gar nicht mehr zu halten. Einige Kinder rupften emsig den Knöterich aus, andere sammelten die Triebe und brachten sie auf einen Sammelplatz. Offensichtlich brachte es den Kindern und auch den Erzieherinnen einen Riesenspaß mithelfen zu dürfen. Danach stärkten wir uns zufrieden am See. Als nächstes hatten wir ein Memory-Spiel mit Pflanzenteilen vorbereitet. Auf einem großen Blatt Papier wurden 5 verschiedene Blätter oder Gräser gelegt, die sich die Kinder eine Weile anschauen durften. Dann wurde das Blatt wieder mit einem Tuch abgedeckt. Die Kinder mussten nun die gleichen Pflanzenteile finden. Erstaunlich war, dass die meisten Kinder die Pflanzenteile sofort erkannten. Scharbockskraut, Gundermann, Giersch, Löwenzahn. So wurde die Aufgabe ziemlich schnell gelöst. Also, das nächste Mal machen wir es schwieriger.

 

Es war ein schöner Morgen. Die Kinder hörten den Kuckuck und erfuhren von seiner Brutstrategie, wir sahen ein Reh und ganz dicht vor unseren Augen zeigte sich der Buntspecht. Die Kinder konnten hören, fühlen, entdecken und beobachten und waren ganz bei der Sache. Ein schöner Lernerfolg und eine interessante Erfahrung für uns.

Fotos: NABU / Martina Ikert

 

31.05.2018 | Unsere zweite Naturerlebnisaktion war dann mit den Kindern, der Leiterin und zwei Pädagoginnen der Mönkeberger Natur- und Umweltgruppe vom AWO Kinderhaus am 31.05.2018. Dieses Mal waren wir zu dritt. Die Sozialpädagogin Helga Leiner-Büker unterstützte uns. Leider plagten uns an diesem Morgen heftig die Mücken, die allerdings auch ein interessantes Untersuchungsobjekt abgaben. Während der Vorstellungsrunde bestürmten uns die Kinder mit einer Menge Fragen und zeigten ein großes Interesse an der Natur. Zuerst bestaunten wir im Erlenwäldchen einen abgestorbenen Baum, in dem sehr gut die Bruthöhlen des Buntspechts zu sehen waren. Schnell war den Kindern klar, dass abgestorbene stehende oder umgestürzte Bäume wichtig für Vögel und Insekten sind sowie als Unterschlupf für z.B. Igel und Reptilien dienen.

 

Weitere Spiele regten an zum stillen Zuhören (wer erkennt die meisten Vogelstimmen?) oder das Erkennen bestimmter Merkmale eines Tieres beim Tierrätsel. Mit der kleinen bunten Truppe folgten wir dem Weg weiter zum Mönkeberger See wo wir schon das Pflanzen-Memory vorbereitet hatten. Sobald sich die Kinder einige Minuten die Teile eingeprägt hatten ging es auf die Suche nach den Blättern, Gräsern und Samen.

 

Und dann ging auch dieser Morgen vorbei. Zum Abschluss überreichte Birger jedem Kind eine Feder mit Erklärung des dazugehörenden Vogels. Das war natürlich besonders aufregend.

 

Auch dieser Gruppe hatte der Ausflug ins Naturschutzgebiet trotz Mücken sichtlich Spaß gemacht. Es besteht der Wunsch, dieses Naturerlebnis zu wiederholen.

 

Für uns war es eine wichtige Erfahrung. Wir sehen es als unsere Aufgabe, Kinder die Natur erleben zu lassen und ihnen die Notwendigkeit zu vermitteln, unsere Natur zu schützen. Wir haben erlebt, dass Kinder sehr sensibel darauf reagieren, wenn es um den Schutz von Tieren und Pflanzen geht.

 

Wir freuen uns auf das nächste Jahr mit weiteren Aktionen.

 

Martina Ikert


Hier finden Sie Publikationen über das NSG "Mönkeberger See":

Download
Faltblatt mit Informationen über das NSG Mönkeberger See (Umweltschutzamt Kiel)
Die Stadt Kiel hat über das Schutzgebiet dieses Informationsblatt mit Beschreibungen eines Rundwegs herausgegeben.
Faltblatt-NSGMoenkebergerSee.pdf
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Der Betreuungsbericht des NSG Mönkeberger-See von 2019
Betreuungsbericht_NSG_Mönkeberger-See_20
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Der Betreuungsbericht des NSG Mönkeberger-See von 2018
Betreuungsbericht_NSG_Mönkeberger-See_20
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Der Betreuungsbericht des NSG Mönkeberger-See von 2017
Betreuungsbericht_NSG_Mönkeberger-See_20
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