Kieler Süden - Kieler Naturschutzverbände kritisieren Verfahren

Braucht Kiel einen neuen Stadtteil?

Foto: NABU.de
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Die Stadt Kiel plant im Süden des Stadtgebietes vier neue Baugebiete mit einer Gesamtgröße von 453.346 m² für rund 10.000 Einwohner. Damit würde bei Meimersdorf ein neuer Stadtteil entstehen. Der NABU kritisiert sowohl das Verfahren als auch die Planungen. Quasi im "Hinterzimmer" fanden hier Planungen statt, die sowohl aufgrund der finanziellen Belastung des Haushaltes als auch wegen der Folgen für Natur und Naherholung alle Kielerinnen und Kieler etwas angehen.

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Positionspapier Kieler Naturschutzverbände Kieler Süden (4MB)
20150317_Position der Kieler Naturschutz
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Geplanter Ausbau des Solldieksbachs in Kiel

Die Stadt Kiel plant den Ausbau des Solldieksbachs im Kieler Süden. Hintergrund ist der geplante Bau der neuen Stadtteile bei Meimersdorf mit einer Größe von über 45 ha. Der Solldieksbach in seiner bestehenden Form würde als Vorfluter nicht mehr ausreichen. Durch die große Versiegelung von Flächen fällt bei Regen eine sehr große Menge Wasser an, die über ein Vorfluter weggeführt werden muss, ansonsten käme es in dem neu geplanten Stadtteilen zu Überflutungen. Der Solldieksbach kann in seiner jetzigen Größe diese Wassermassen aber nicht aufnehmen. Daher muss der Bach ausgebaut werden. Teilweise wird mit dem Ausbau eine Renaturierung des Baches durchgeführt, d.h. der Bach wird naturnahe gestaltet. Dafür soll der zurzeit begradigte Bach in Zukunft teilweise in Schlingen durch die Landschaft fließen. Mit Steinen im Bachbett sollen zusätzliche Strukturen geschaffen werden. Letztendlich soll der Solldieksbach dadurch nicht nur mehr Wasser aufnehmen und abführen können, sondern es soll auch die Durchgängigkeit wieder hergestellt werden. Weitere Ziele sind die Verbesserung des Biotopverbundes und die Erhöhung der Lebensraum- und Artenvielfalt.

Grundsätzlich begrüßt der NABU den naturnahen Ausbau des Solldieksbachs.  Durch die vorgelegte Planung werden allerdings die genannten Ziele nur teilweise erreicht. Vom NABU wird vor allem kritisiert, dass die Renaturierung nur abschnittsweise durchgeführt werden soll und zu den intensiv genutzten Ackerflächen kein ausreichend großer Schutzstreifen eingerichtet wird. Für viele seltene Tiere und Pflanzen sind daher die durchgeführten Maßnahmen wirkungslos. Denn gerade die seltenen Arten sind auf naturnahe und nährstoffarme Gewässer angewiesen, die größere Räume einnehmen. Die Planung ist daher aus Sicht des NABU zu überarbeiten und die Maßnahmen sind auf die gesamte Länge des Solldieksbachs anzuwenden.

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Stellungnahme Solldieksbach des NABU
Stellungnahme_Solldieksbach_NABU_191017.
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