Stellungnahme 9.02.2018

Zum Entwurf des 5. Regionalen Verkehrsplans

Die Landeshauptstadt Kiel hat den Entwurf des 5. Regionalen Verkehrsplans zur Stellungnahme ausgelegt. Der NABU Kiel kritisiert den Entwurf als völlig unzureichend. Mit dem vorgelegten Regionalen Verkehrsplan verpasst Kiel die Chance, den Verkehr zukunftsorientiert auszurichten.

Hinsichtlich der hohen Luftbelastung am Theodor-Heuß-Ring sowie dem prognostizierten Zuwachs des PKW-Verkehrs sind weitreichende Änderungen bei der Planung des ÖPNV und der weiteren ökologischen Verkehre notwendig. Neben der Einhaltung der Grenzwerte in Bezug auf die Luftschadstoffe, zu der die Stadt Kiel gesetzlich verpflichtet ist, sollte auch eine lebenswerte Stadt das Ziel der zukünftigen Verkehrsplanung sein. Dazu gehören auch eine wesentlcih bessere Qualität beim Radverkehr sowie für die Menschen, die zu Fuß unterwegs sind.

Mit dem vorgelegten Verkehrsplan wird aber am Status quo festgehalten. Dem PKW- und LKW-Verkehr wird Vorrang gewährt,die Straßen sind weiterhin primär für die Autos da und nicht für die Menschen, die dort leben. In seiner Stellungnahme listet der NABU Kiel zahlreiche Beispiele auf, wie der Verkehrsplan besser gestaltet werden könnte und fordert die Landeshauptstadt auf, den Entwurf grundlegend in Zusammenarbeit mit den Umweltschutzverbänden zu überarbeiten.

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Stellungnahme NABU Kiel zum Entwurf des 5. Regionalen Nahverkehrsplans der Landeshauptstadt Kiel
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Pressemitteilung 9.11.2017

Zur Klage der DUH: Kieler Umweltverbände fordern Ursachen- statt Symptombekämpfung

Am 9.11.17 gab die Deutsche Umwelthilfe bekannt, dass sie Ende des Monats Klage gegen die Landesregierung Schleswig-Holsteins wegen nicht eingehaltener Grenzwerte von Stickstoffdioxidwerten in Kiel Klage einreichen will. Gegen 44 weitere Städte werden ebenfalls Klageverfahren angestrebt. Der NABU Kiel begrüßt die Klage, denn es darf nicht sein, dass die Gesundheit der Menschen in Kiel unter der Untätigkeit von Politik und Verwaltung leiden muss.


In 16 Städten laufen bereits Klageverfahren der DUH. Die Menschen haben ein Recht auf saubere Luft. Laut DUH verursacht das Dieselabgas Stickoxid bundesweit jährlich bis zu 10.600 vorzeitige Todesfälle. Kiel ist von den 45 Städten, gegen die die DUH Verfahren eingeleitet hat, mit Messwerten von 65 g/m3 trauriger Spitzenreiter.
An den Messstationen am Theodor-Heuss-Ring und in der Bahnhofstraße werden schon seit langem zu hohe Stickstoffdioxidwerte gemessen. Die permanente Überschreitung der Grenzwerte ist ein unhaltbarer Zustand. Dabei gibt es Lösungen wie der vernünftigen Ausbau des ÖPNV und des Radwegenetzes sowie die Umstellung der Busse auf Elektromobilität. Die Stadtplanung muss generell ein neues Konzept für den Verkehr in Kiel erarbeiten, die alten Denkstrukturen sind überholt. Andere Städte wie Kopenhagen machen es vor, nur die Kieler verharren auf alte Konzepte.


Der NABU Kiel sowie weitere Umweltschutzverbände fordern daher endlich eine Verkehrswende.

Die Kieler Verbände Verkehrsclub Deutschland (VCD), Bund für Umwelt und Naturschutz, (BUND KG Kiel), Naturschutzbund Deutschland (NABU Kiel) und der Verein Tram für Kiel sehen das drohende Diesel-Fahrverbot in Kiel als Weckruf.


Kiel muss die Mobilität der Zukunft jetzt in Angriff nehmen. „Allein die Symptome zu bekämpfen ist teuer und bringt uns Kielern keinen Mehrwert,“ so Ulrike Hunold vom BUND: „Stickoxidbindende Spezialasphalte ändern nichts am Lärm, Diesel-Abgasfilter verhindern keinen Stau, Ventilatoren und Moosfilterwände keine Unfälle. Und nichts
davon macht die Stadt lebenswerter.“


„Ein lokales Fahrverbot für Dieselfahrzeuge ändert nichts am grundlegenden Problem der hohen Verkehrsbelastung sowie an der verfehlten Verkehrspolitik der letzten Jahrzehnte,“ so Hartmut Rudolphi vom NABU: „Es ist zu befürchten, dass auch in etlichen Straßen, in denen bisher keine systematischen Schadstoffmessungen
durchgeführt wurden, die Grenzwerte überschritten werden.“


Die Bildung von Fahrgemeinschaften in Benzinern kann nur kurzfristig eine Option sein. „Die Mobilität in Kiel muss insgesamt intelligenter und flexibler werden“, so Alexander Montana vom VCD. „Es muss für jeden möglich sein, das eigene Auto stehen lassen zu können, weil es immer eine attraktive Alternative gibt.“ Kiel braucht hochwertige und sichere Fuß- und Radwege. Die Stadt ist hier zwar bereits auf einem guten Weg, muss diese Bemühungen jetzt aber noch intensivieren. „Der Nahverkehr muss bequem, schnell, günstig und immer verfügbar sein. Ein flächendeckendes Bike- und Carsharingsystem sichert volle Flexibilität.“


„Das Abgasproblem macht einmal mehr deutlich, dass Kiel eine Straßenbahn braucht: Abgasfrei und leistungsfähig. Ob zur Uni, auf der Holtenauer Straße, nach Mettenhof oder Richtung Ostufer, das Bussystem stößt täglich an seine Grenzen. Nur mit dem Bus werden wir die Straßen nicht entlasten" so Jan Niemeyer vom Verein Tram für Kiel.


Gemeinsam fordern die Verbände: „Andere Städte gehen die notwendige Verkehrswende bereits mutig an. Auch Kiel muss sich endlich dem Problem ernsthaft stellen und die städtische Lebensqualität in den Mittelpunkt all seiner künftigen Pläne stellen.“


Kontakt: Ulrike Hunold, Tel.: 0431/80 46 56 ab 13:30 Uhr

 

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Hier können Sie sich die Pressemitteilung zur Klage des DUH auch herunterladen
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