Wildbienen


Wildbienen in Schleswig-Holstein

 

In Schleswig-Holstein gibt es noch ca. 200 Arten von Wildbienen. Als Wildbienen werden alle bislang nicht gezüchteten bzw. kommerziell genutzten Bienen bezeichnet. Also sind Wildbienen alle Bienen, die keine Honigbiene(n) sind. Die Artenvielfalt bei Wildbienen erklärt sich aus den vielen ökologischen Nischen: Viele Pflanzen haben sich mit den Bienen zusammen entwickelt (Koevolution).

▲ Abb.1: Wildbiene auf Woll-Ziest, Foto: Exner, 2017
▲ Abb.1: Wildbiene auf Woll-Ziest, Foto: Exner, 2017

Und mit dem Bild wird dann auch schnell die Bedeutung der Wildbienen klar: Die Wildbienen sind wichtige Bestäuber für seltene Blumen, Obstbäume und zahlreiche andere Nutzpflanzen der Landwirtschaft. Der Nutzen der kleinen Wildbienen soll sogar in die Mrd. gehen!


Wo sind sie geblieben?

 

Der drastische Rückgang von Insekten ist aber inzwischen erforscht und belegt. Die Experten streiten noch über die Ursachen (z. B. Einsatz von giftigen Pestiziden in Landwirtschaft und Gärten; menschliche Einriffe in Moore, Hochwiesen oder Beseitigung von Knicks; veränderte Vegetation durch Klimawandel, Monokulturen und Verbreitung von Neophyten). Immerhin besteht Einigkeit, dass ein Insektensterben und Artenschwund vorliegen. Der NABU Kiel will durch lokale Maßnahmen „Trittsteine“ für Insekten bereiten. Gerade für Wildbienen können Blühstreifen, Gemeinschaftsbeete oder auch Balkone kleine und wertvolle Nektar-Inseln bilden.

▲ Abb.2: Eine Wildbiene auf dem Balkon des Autors an der Pflanze „Bienenfreund“ (Phacelia tanacetifolia), 2016
▲ Abb.2: Eine Wildbiene auf dem Balkon des Autors an der Pflanze „Bienenfreund“ (Phacelia tanacetifolia), 2016

Nisthilfen bauen

 

Der NABU Kiel unterstützt den Bau von Nisthilfen für Wildbienen. Dabei wird bei der Planung und auch Durchführung tatkräftig angepackt.

▲ Abb.3: Belegte Nisthilfe in einem Kleingarten, die mit Hilfe des NABU Kiel entstand, Foto: Exner, 2017
▲ Abb.3: Belegte Nisthilfe in einem Kleingarten, die mit Hilfe des NABU Kiel entstand, Foto: Exner, 2017

Besonders viel Spaß beim Bau von Nisthilfen zeigen die Kinder und Jugendlichen der NaJu-Kiel:
1.    Neben dem Bau der Nisthilfe ist der richtige Standort zu bestimmen.
2.    Weiter sind wichtige Nektar- und Pollenpflanzen in unmittelbarer Nähe als Bienenmagnete anzusiedeln.
3.    Besondere und aussterbende Arten von Wildbienen benötigen zuweilen besondere Nisthilfen (z. B. Sand, Steilwände, Totholz oder aufrecht aufgestellte Stängel) und/oder besondere Futterpflanzen.
Die Wildbienen AG des NABU Kiel vermittelt hier das nötige Wissen. Wir sind eine kleine Gruppe, die gemeinsam mehr erreicht. Zudem steht und das das Wissen und das Netzwerk der Experten im NABU zur Verfügung.

 

Wildbienen-Blumen pflanzen

 

Für viele Wildbienen sind werden die Nektar- und Pollen-Pflanzen knapp. Allgemein können schon auf einem Balkon oder einer Baumscheibe in der Stadt nützliche Insektenblumen gepflanzt werden. Dabei kann den Wildbienen, Schmetterlingen, Vögeln und den Menschen eine lebenswerte(re) Stadt entstehen. Das Thema ökologisches Gärtnern hat daher in der Wildbienen AG des NABU Kiel für 2018 Vorrang.

 

Wildbienen entdecken

 

Die Anpflanzung von besonderen Blumen für seltene Wildbienen braucht oft ein bisschen mehr Wissen, geeignete Böden und ein wenig Ausdauer. Dies lässt sich aber hervorragend in der alten Stadtgärtnerei – heute dem NEZ Kollhorst – zeigen: An dem Woll-Ziest dort, wurde vom Autor dieses Artikels die „Wollbiene“ entdeckt. ( ▲ Siehe Abb1 oben) Die Wildbienen AG vermittelt einen ersten Einblick. Grundlegendes Wissen um die Bestimmung von Wildbienen und Pflanzen wird so praktisch-spielerisch über die Zeit aufgebaut.


Über die Wildbienen AG


Die Wildbienen AG des NABU Kiel besteht als Gruppe seit 2017. Dabei treffen sich Einsteiger, Interessierte und Experten in lockerer Runde. Es geht um Mitarbeit an einzelnen Projekten, Information und gemeinsamen Schutz für die summenden Wildbienen. Wir freuen uns immer über neue Besucher.


Mein Literatur-Tipp für Interessierte:


Wer sich für das Thema interessiert, kann sich über „Mein Insektenhotel – Wildbienen, Hummeln & Co im Garten“ von Melanie von Orlow gut einlesen. Dort werden auch zahlreiche Arten der Wildbienen (einschl. Hummeln) in Bild und Text vorgestellt. Pflanzentipps und Baupläne für Nisthilfen runden das Buch ab. - Ulmer-Verlag, 2015 (empfohlen vom NABU)

▲ Abb.4: Mein Insektenhotel (von Orlow) – Titelbild & Bestimmungstafel
▲ Abb.4: Mein Insektenhotel (von Orlow) – Titelbild & Bestimmungstafel

Autor und Kontakt zur Wildbienen AG:
Siegfried Exner
Betreiber von www.bienen-blumen.net
Kontakt: mitmachen(at)bienen-blumen.net